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Traumatherapie

Was ist ein Trauma

Ein Trauma ist ein gewaltvolles oder überwältigendes Ereignis, das die Bewältigungsstrategien eines Menschen überfordert, so dass dieser Mensch auf besondere Notfall- oder Überlebensstrategien zurückgreifen muss. Häufig geht dieses Ereignis mit einer (Lebens-) Bedrohung einher, kennzeichnend ist ein ausgeprägtes Erleben von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Sich-Ausgeliefert-Fühlen. Viele Menschen erleben einmal oder auch mehrmals ein solches psychisches Trauma. Manche dieser Traumata sind einmalige Ereignisse, manche dauern z.T. viele Jahre an.

Es hängt von vielen Faktoren ab, wie es Menschen gelingt, mit solch einem Ereignis fertig zu werden:

  • Um welche Art von Traumatisierung handelt es sich
  • Wie alt war die Person bei dem entsprechenden Ereignis
  • Wie oft ist es passiert und wie lange war der Zeitraum, in dem die Traumata stattfanden
  • Wie hat das Umfeld reagiert
  • Wie waren die Lebensumständen vor und nach dem Ereignis
  • Welche Unterstützung bei der Bewältigung unmittelbar danach gab es
  • Welche körperlichen Folgeschäden gab es

Welche Art von Traumata gibt es

  • Höhere Gewalt Naturkatastrophen, Unfälle, schwere Erkrankungen, plötzlicher Tod von nahestehenden Menschen…
  • Sog. „man made“-Traumata (von Menschen verursacht): gewalttätige Angriffe von Fremden, sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt. Diese Traumata sind sehr viel schwerer zu bewältigen, da nicht nur das Leben dabei bedroht wird, sondern auch ganz stark das Vertrauen in andere Menschen.
  • Traumata in der Kindheit, zugefügt meist von nahen Bezugs-und Bindungspersonen. Diese Form der Traumatisierung wirkt sich besonders gravierend aus, da Kinder in besonders von Erwachsenen abhängig sind und das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit in besonderem Maße missbraucht wird. In extremster Form zeigt sich dies bei sexueller Gewalt.
  • Kollektive Form der Traumatisierung durch Kriege, Verfolgung…

Welche Symptome können sich nach einer Traumatisierung entwickeln

  • Intrusionen: So nennt man die sich aufdrängende, belastende Traumaerinnerungen, die in Form von Bildern, Empfindungen, Flashbacks und Alpträumen plötzlich wieder da sind.
  • Vermeidung von Orten oder Tätigkeiten und Menschen, die etwas mit dem Ereignis zu tun haben oder die daran erinnern. Vermeidung von Gedanken, Gefühlen, oder Gesprächen, die das Trauma zum Thema haben
  • Die Unfähigkeit, sich an wichtige Details der Situation zu erinnern.
  • Numbing (emotionale Taubheit): Enge emotionale Bindungen mit Familie, Freunden und Kollegen werden vermieden. Die Gefühle sind allgemein vermindert, eingeschränkt, allenfalls werden routinemäßige und 'mechanische' Aktivitäten zu Ende geführt.
  • Symptome der Übererregung: z.B. Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, erhöhte Reizbarkeit, mangelnde Affektintoleranz, Schwierigkeiten einzuschlafen; Irritierbarkeit; plötzlicher Ärger; Konzentrationsschwierigkeiten; Hypervigilanz (erhöhte Aufmerksamkeit); erhöhte Schreckreaktion (startle response)
  • Man lebt so, als ob man immer noch aktuell durch das traumatisierende Ereignis bedroht würde. Man wird dadurch irritierbar oder 'explosiv', auch wenn man gar nicht provoziert wurde.
  • Ergänzend kann es zu Depressionen, Angst-und Panikattacken, selbstverletzendem Verhalten u.ä. kommen

Diese Symptomatik kann unmittelbar oder auch viele Jahre nach dem traumatischen Erlebnis auftreten.

Was passiert bei einer Traumatherapie

Die Behandlung gliedert sich in 3 Phasen:
Sehr wichtig für eine gelingende therapeutische Arbeit ist eine gute, sicherheit-gebende therapeutische Beziehung. Sicherheit ist gleichzeitig der wichtigste Begriff in der gesamten Therapie. Ziel ist es, dass der Patient / die Patientin wieder ein Gefühl von innerer und äußerer Sicherheit bekommt. Hierzu gehört auch Sicherheit in zwischenmenschlichen Beziehungen. Wichtig ist also gerade auch bei einer Traumatherapie der aktuelle Lebenskontext, in dem die Menschen leben. Welche Unterstützungssysteme sind vorhanden und wie gut ist der Patient / die Patientin in ihrem Alltag eingebunden (familiäres Netzwerk, Freundeskreis, beruflicher Kontext…). Welche Ressourcen können hier noch ausgebaut oder aktiviert werden. Darauf wird in allen Phasen der Traumatherapie geachtet. Die Stärkung der sozialen und psychischen Kompetenzen mit dem Ziel der besseren Alltagsbewältigung ist ein sehr zentraler Faktor.

1. Stabilisierungsphase
Dies ist zugleich die wichtigste Phase der Therapie. Zu dieser Phase gehört vor allem, dem Patienten / der Patientin mit vielen Sachinformationen zu helfen, das zu verstehen, was in seinem Inneren los ist. Die PatientInnen lernen zu verstehen, dass sie nicht verrückt sind, sondern dass das verrückt war, was ihnen passiert ist. Zu verstehen macht es sehr viel leichter, damit umzugehen. Sie lernen dann im nächsten Schritt, mehr Kontrolle über die Symptomatik und das eigene Verhalten zu entwickeln. Hierzu gehören das Erlernen von Selbstfürsorge, und Selbstberuhigung, das Erlernen von Kontrolle über physische Übererregungen und die Fähigkeit, sich immer wieder im Hier-und-Jetzt orientieren zu können. Auch hier wird der Zugang zu den eigenen Ressourcen und Fähigkeiten konsequent unterstützt und gefördert. Gearbeitet wird viel mit sog. Imaginationsübungen. Sie dienen der Erlangung einer inneren Sicherheit und einer inneren Stärkung.
Imaginationsübungen sind z.B.

  • Der innere sichere Ort (Erfahrung von absoluter Sicherheit und Geborgenheit)
  • Der Tresor (Wegpacken von belastendem Material und Kontrolle darüber)
  • Die inneren Helfer (Visualisierung von inneren Kräften und Ressourcen)
  • Der innere Garten (als Ort des persönlichen Rückzugs zum Ausruhen, zum Stress abbauen und zum Energietanken)

Die Erfahrung, u.a. durch die Imaginationsübungen selbst zur eigenen Heilung beizutragen und damit mehr Eigensteuerung zu übernehmen, stärkt das Bewusstsein für die eigene Kraft und eigene Kompetenz. Die Dauer dieser Phase ist je nach Zeitpunkt und Art der Traumatisierung sehr unterschiedlich. Manche PatientInnen fühlen sich nach dem erfolgreichen Durchlaufen dieser Phase stabilisiert genug, um in ihren Alltag zurückzukehren. Manche kommen später zu einer gezielten Traumabearbeitung zurück in die Therapie, oder es schließt sich direkt die zweite Phase der Traumatherapie an.

2. Traumabearbeitungsphase
Elemente aus der Stabilisierungsphase werden während der ganzen Therapie fortgesetzt. Die Phase der Traumabearbeitung und die Phase der Stabilisierung können sich im Verlauf der Behandlung immer wieder abwechseln. Die Traumabearbeitung erfolgt durch ein strukturiertes, dosiertes und kontrolliertes „Sich-Erinnern“ zentraler Aspekte des Traumas. Das dosierte Erinnern verhindert die Überflutung und es ist möglich, die traumatische Erfahrung zu integrieren und im Gedächtnis abzuspeichern. Das, was passiert ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden, aber das Gehirn hat nach der Traumabearbeitung gelernt:
Es ist vorbei. Es ist eine alte Geschichte.

Zur Bearbeitung der Traumata gibt es zwei zentrale Methoden, die meist in Kombination angewandt werden

  • Die Screen- bzw. Bildschirmtechnik oder
  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

Wesentlich bei beiden Techniken ist, dass die Betroffenen ein größtmögliches Maß an Kontrolle über den Bearbeitungsprozess haben.

Bei der Bildschirmtechnik wird das traumatische Erlebnis aus der sicheren Position im Therapieraum auf einem imaginäre Bildschirm nochmals gezielt und gesteuert angesehen. Die Wirksamkeit der EMDR-Methode liegt z.T. darin, dass die Informationsverarbeitung der traumatischen Ereignisse nachträglich beschleunigt wird und so zu einer Speicherung des verarbeiteten Traumas als Erinnerung führt.

3. Integrationsphase
In der 3. Therapiephase geht es um die weitere Verarbeitung im Sinne von Integration des Geschehenen. Das Selbsterleben und Lebensgefühl hat sich verändert, so dass neue Konflikt - und Stressbewältigungsstrategien gelernt werden dürfen. Wichtig ist, dass die PatientInnen sich wieder stark und im Besitz ihrer Kräfte fühlen, so dass sie gute Entscheidungen für ihr weiteres Leben fällen können. In dieser Phase geht es abschließend auch um Trauerprozesse, die hier ihren Raum haben dürfen.

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